Dienstag, 4. März 2014

[Celine rezensiert...] Es wird keine Helden geben

Infos zum Buch:
Fortsetzung: keine
Sprache: deutsch
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 251
Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Zitate:
"Hier gibt es keine Helden. Denn es ist kein Film. Blanke Realität." (Seite 10)

"Joanne öffnet den Mund. Ihre Stimme ist brüchig und leise. Sie sagt nur drei Worte: 'Sind wir schuld?'" (Seite 87)

Inhalt:
Berührend, fesselnd, unfassbar: Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?
Das großartige Debüt von Anna Seidl, die erst 16 Jahre alt war, als sie diese aufwühlende Geschichte geschrieben hat: eine intensive Auseinandersetzung mit den Folgen eines Amoklaufs für die Überlebenden, mit Schuld und Trauer, schonungslos erzählt.

Meinung:
Bevor ich angefangen habe das Buch zu lesen, fand ich den Titel etwas eigenartig und dachte, dass er gar nicht zur Geschichte passen würde. Schon nach den ersten paar Seiten habe ich aber bemerkt, dass er perfekt für das Buch ist. Einige Male wird er auch in der Geschichte erwählt.
Die Geschichte wird von Miriam aus der Ich-Perspektive in der Gegenwart berichtet. Außerdem wird man als Leser öfter von Miriam angesprochen, was mir sehr gut gefallen hat, da man sich so nicht nur als stummer Zuschauer fühlt. Das Buch spielt im Deutschland der Gegenwart; unter anderem an der Ostsee.
Die Geschichte beginnt damit, dass ein Schüler der zehnten Klasse in der Schule das Feuer eröffnet. Miriam, ihre Freundin und ein Junge verstecken sich auf der Toilette. Miriam muss mitansehen, wie der Junge und ihr Freund erschossen werden. Sie selbst wird angeschossen. Wir begleiten sie auf ihrem Weg dieses traumatische Ereignis zu verarbeiten.
Der Schreibstil hat mir echt gut gefallen. Die Autorin schreibt so schön, dass ich mir um die fünfzehn Stellen markiert habe. Das ist mir bis jetzt bei keinem anderen Buch passiert.
Miriam und ihre Freundinnen waren mir nicht wirklich sympathisch, da sie sehr oberflächlich und kindisch waren. Außerdem hat mich Miriams Verhalten gegenüber Matias sehr gestört. Manche ihrer Äußerungen ließen sie als ziemlich egoistischen Menschen dastehen. Duch den tragischen Zwischenfall wurde Miriam oft sehr philosophisch, was mir wiederum gut gefallen hat. Einzig Vanessa, eine von Miriams Freundinnen habe ich gemocht, da sie verständnisvoll und nett gegenüber anderen Menschen war.
Einige Fragen wurden jedoch im Laufe der Geschichte nicht geklärt. Ich frage mich zum Beispiel, was aus Miriams Schussverletzung geworden ist...
Die Geschichte konnte mich nicht so emotional berühren, wie ich es erwartet habe, da mir an manchen Stellen einfach die Tiefgründigkeit gefehlt hat.

Bewertung:
Aufmachung: ♥♥♥♥ 4,5/5
Schreibstil: ♥♥♥♥♥ 5/5
Charaktere: ♥♥♥ 3/5
Logik: ♥♥♥♥ 4/5
Spannung: ♥♥♥ 3/5
Emotionale Tiefe: ♥♥♥ 3/5

♥♥♥

Ein Roman über ein aktuelles Thema mit einem wunderschönen Schreibstiel, aber zu wenig Tiefgang und unsympathischen Charakteren.

Kommentare:

  1. Wow, die erste Rezension, die ich dazu lese und in der dieses Buch NICHT in den Himmel gelobt wird :D
    Es bleibt trotzdem an oberster Stelle auf meiner Wunschliste, weil ich einfach unglaublich gespannt auf dieses Buch bin, aber meine Erwartungen sind nun wohl etwas heruntergeschraubt ;)

    Liebe Grüße
    Chrisi

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    1. Tja, ich hebe mich halt ab ;)
      Ich hoffe, es gefällt dir trotzdem :)
      LG Celine

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